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Steuerberechnung in Sage 50 Handwerk

Ausgangslage

Die Berechnung der Mehrwertsteuer im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ist umfangreicher als beispielsweise im Handel oder Dienstleistungsgewerbe. Der Grund dafür sind zusätzliche Regeln, die am Bau greifen, wie zum Beispiel der Wechsel der Steuerschuldnerschaft nach § 13b. Dieser Artikel beschreibt, wie von Sage 50 Handwerk der Steuersatz ermittelt wird und was man tun muss, damit dieser auch korrekt ist.

Steuersätze für Materialien und Leistungen

Gelieferte Materialien und erbrachte Leistungen unterliegen im Bauhandwerk in der Regel dem normalen Steuersatz. Jedoch gibt es Ausnahmen. So gilt zum Beispiel für reine Lieferungen von Pflanzen im Gala-Bau der ermäßigte Steuersatz. Wer also die Einfahrt eines Kunden pflastert und dem Kunden nebenbei noch die Sträucher für die Hecke liefert, darf auf der Kundenrechnung neben den Pflasterarbeiten zum normalen Steuersatz, für die Lieferung der Pflanzen den ermäßigten Mehrwertsteuersatz anwenden. Im Sage Handwerk werden die Artikel und Leistungen daher in Steuerklassen unterteilt.

Steuerkennzeichen für Kunden

Da Artikel und Leistungen verschiedene Steuersätze haben können, kann Kunden kein pauschaler Mehrwertststeuersatz hinterlegt werden. Stattdessen wird im Kundenstamm auf der zweiten Registerseite ein Steuerkennzeichen hinterlegt. Hierzu stehen 5 verschiedene Kennzeichen zur Auswahl. Diese Untergliederung ermöglicht den korrekten Ausweis der Mehrwertsteuer im Rechnungsausgangsbuch und die ordnungsgemäße Buchung der Umsätze auf die Erlöskonten in einer angeschlossenen Finanzbuchhaltung.

Steuercodes in den Grundlagen

Wie wird nun eingestellt, welcher Steuersatz bei Dokumenten an Kunden herangezogen wird? Dies erfolgt in den Grundlagen. Unter System – Voreinstellungen – Grundlagen finden sich die Einstellungsseiten für die Steuerberechnung. Betrachten wir zuerst die Seite mir den Steuercodes. Auf dieser Seite sind die Steuersätze hinterlegt, die im Programm zur Verfügung stehen sollen. In der Zeile mit dem Satzsatz 19% sieht man den zugehörigen Steuercode. In diesem Beispiel also die Nummer 4. Im Programm wird dafür die Bezeichnung SC 4 verwendet. Dieses sieht man zum Beispiel im Rechnungsausgangsbuch und im Endsummenbereich von Dokumenten.

Kunden- / Artikelmatrix für Steuerermittlung

Unter dem Menüpunkt Steuerklassen befindet sich eine Matrix zur Ermittlung des Steuersatzes. In dieser Matrix sind die Steuerkennzeichen auf der X-Achse aufgetragen, also die Werte, die im Kunden- / Lieferantenstamm hinterlegt werden. Auf der Y-Achse sind die Steuerklassen aufgezählt, die in Materialien, Löhnen, den drei weiteren freien Kostenarten sowie in Leistungen hinterlegbar sind. In der folgenden Abbildung steht für diese Positionstypen vereinfacht Material.

Hierzu ein Beispiel: Erzeugt man ein Angebot für einen Kunden, dessen Steuerkennzeichen ist und fügt diesem Dokument ein Material mit SK 1 hinzu, also zum vollem Steuersatz, ergibt sich aus der Matrix der Steuercode 4. In der Abbildung ist der Steuercode 4 grün markiert.

Wir erinnern uns, dass auf der Seite der Steuercodes bei Steuercode 4 der Steuersatz 19 % hinterlegt ist. Et voilá: somit ergibt sich für unser Beispielangebot für die Materialposition mit SK1 ein Mehrwertsteuersatz von 19%.

Geltungsbereich

Die in den Voreinstellungen eingetragenen Steuercodes gelten programmweit. Sie werden in Dokumenten an Kunden, Dokumenten von Lieferanten, in der Offenen-Postenverwaltung, zur Datevübergabe an Finanzbuchhaltungsprogramme und im Modul Barverkauf benutzt. Man sollte also bei Änderungen mit Bedacht vorgehen, um bestehende Daten nicht fehlerhaft werden zu lassen.

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